Ein Toter und fünf Verletzte bei landesweiten Protesten gegen Perus neue Präsidentin
Bei Protesten gegen die neue peruanische Präsidentin Dina Boluarte in der Stadt Andahuaylas im Süden Perus ist ein Mensch getötet worden. Fünf weitere Menschen wurden verletzt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Den Angaben zufolge handelt es sich bei dem Todesopfer um einen Teenager.
In Andahuaylas war es bei den Protesten zu Zusammenstößen gekommen. Dort griffen Demonstranten Polizisten mit Steinen an. Die Einsatzkräfte feuerten daraufhin Tränengas ab. Am Samstag waren in der Stadt bei Protesten bereits 16 Zivilisten und vier Polizisten verletzt worden.
Nach der Amtsenthebung des peruanischen Präsidenten Pedro Castillo forderten Demonstranten bei Protesten im ganzen Land den Rücktritt seiner Nachfolgerin Boluarte. Die Teilnehmer der Kundgebungen verlangten am Sonntag Neuwahlen und die Freilassung Castillos, der sich seit Donnerstag in Untersuchungshaft befindet. Zudem riefen sie zu einem landesweiten Streik auf.
Castillo war am Mittwoch vom peruanischen Parlament wegen "moralischer Unfähigkeit" des Amtes enthoben und später festgenommen worden. Seine bisherige Stellvertreterin Boluarte wurde kurz darauf als seine Nachfolgerin vereidigt. Am Donnerstag erklärte das Oberste Gericht des Landes, dass es sieben Tage Untersuchungshaft gegen Castillo verhängt habe. Dem linksgerichteten Politiker werden "Rebellion und Verschwörung" vorgeworfen.
Castillo war im Juli 2021 als politischer Außenseiter an die Staatsspitze gewählt worden. Seitdem befand sich der 53-Jährige in einem ständigen Machtkampf mit dem konservativ dominierten Kongress. Dieser hatte bereits zweimal vergeblich versucht, ihn wegen "moralischer Unfähigkeit" des Amts zu entheben.
Z.Bianchi--IM