Il Messaggiere - Mindestens vier Tote bei Kentern von Migrantenboot im Ärmelkanal

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Mindestens vier Tote bei Kentern von Migrantenboot im Ärmelkanal
Mindestens vier Tote bei Kentern von Migrantenboot im Ärmelkanal / Foto: CARLOS JASSO - AFP

Mindestens vier Tote bei Kentern von Migrantenboot im Ärmelkanal

Beim Kentern eines Migrantenbootes im Ärmelkanal zwischen Frankreich und Großbritannien sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Der britische Premierminister Rishi Sunak sprach angesichts des Unglücks am Mittwoch von einem "tragischen Verlust von Menschenleben". Mehr als 40 weitere Menschen seien aus Seenot gerettet worden, berichteten britische Medien unter Berufung auf eine Regierungsquelle.

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Ein Sprecher der britischen Regierung sagte, die Behörden seien am frühen Morgen über ein "kleines Boot mit Migranten in Not" informiert worden. Als "kleines Boot" werden für gewöhnlich Boote bezeichnet, die von Flüchtlingen benutzt werden, um den Ärmelkanal zu überqueren.

Wenige Minuten später starteten nach Angaben der britischen Küstenwache Rettungsboote vom Hafen in der Küstenstadt Dover im Südosten Englands aus, gefolgt von Schiffen aus anderen Häfen. Auch zwei britische und ein französischer Hubschrauber waren im Einsatz. Auf Bildern des Fernsehsenders Sky News waren Flüchtlinge in einem kleinen schwarzen Schlauchboot zu sehen, die in der Nacht gerettet wurden.

Der britische Premierminister Sunak sprach am Mittwoch von einem "tragischen Verlust von Menschenleben". Innenministerin Suella Braverman sagte, es "ist buchstäblich lebenswichtig, dass wir den illegalen Überfahrten im Ärmelkanal ein Ende setzen". Sie erklärte zudem im britischen Parlament, enger mit den französischen Behörden zusammenarbeiten zu wollen.

Die Organisation Refugee Action bezeichnete die Todesfälle als "vorhersehbar und vermeidbar". Sie warf der britischen Regierung vor, keine sicheren Fluchtrouten zu schaffen.

Die britische Regierung steht durch eine Rekordzahl über den Ärmelkanal einreisender Migranten politisch stark unter Druck. Seit Anfang des Jahres haben fast 45.000 Flüchtlinge die gefährliche Überfahrt über den Ärmelkanal von Frankreich nach England unternommen, im Vergleich zu fast 30.000 im Vorjahr.

Ein Drittel aller Migranten, die in diesem Jahr mit kleinen Booten in Großbritannien ankamen, waren Albaner - etwa 13.000 Menschen. Am Dienstag hatte die britische Regierung ein Migrationsabkommen mit Albanien angekündigt, mit dem die illegale Einwanderung über den Ärmelkanal begrenzt werden soll. Die Vereinbarung sieht vor, dass Albaner, die mit dem Boot über den Ärmelkanal kommen, direkt in ihr Heimatland zurückgeschickt werden.

O.Esposito--IM