Trump ruft Putin zu Beendigung des Krieges in der Ukraine auf
Nach der Wiederaufnahme der russischen Angriffe auf die Ukraine hat US-Präsident Donald Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Beendigung des Krieges aufgerufen. "Ich will, dass er den Krieg beendet", sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) vor Journalisten im Weißen Haus. Auf die Frage, ob er enttäuscht sei, dass Putin die einwöchige Feuerpause nicht verlängert habe, antwortete Trump: "Ich würde mir das von ihm wünschen."
Zugleich äußerte der US-Präsident sich anerkennend über Putin. Der Kreml-Chef habe "sein Wort gehalten", indem er die Angriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte für den vereinbarten Zeitraum ausgesetzt habe. Eine Woche sei "viel", sagte Trump und fügte hinzu: "Wir nehmen alles, denn es ist dort wirklich sehr, sehr kalt."
In der südukrainischen Stadt Saporischschja wurden derweil bei einem russischen Drohnenangriff nach ukrainischen Angaben zwei Menschen getötet. Mindestens elf weitere Menschen seien bei dem Angriff auf ein Wohngebiet verletzt worden, erklärte der ukrainische Regionalgouverneur Iwan Fedorow in Onlinediensten. Bei den Todesopfern handele es sich um einen 18-jährigen Mann und ein Mädchen. Unter den Verletzten seien ebenfalls drei Kinder. Die ukrainische Regierungschefin Julia Swyrydenko sprach nach dem Angriff von "Völkermord".
In der Nacht zum Dienstag hatten die russischen Streitkräfte mit erneuten Angriffen auf Kiew eine kurzzeitige Unterbrechung ihres Beschusses der ukrainischen Hauptstadt beendet. Trump hatte in der vergangenen Woche gesagt, Putin wegen der aktuellen Kältewelle um eine kurzzeitige Einstellung der russischen Angriffe auf Kiew und andere Städte gebeten zu haben. Der Kreml erklärte daraufhin am Freitag, Trumps Bitte nachgekommen zu sein. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow nannte als Ziel, "günstige Bedingungen für Verhandlungen zu schaffen".
Am Mittwoch wollen Unterhändler aus Kiew und Moskau in Abu Dhabi zu weiteren direkten Gesprächen über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs zusammenkommen. Die für zwei Tage angesetzten Verhandlungen in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate werden von den USA vermittelt.
Unterhändler Moskaus und Kiews hatten vor anderthalb Wochen erstmals direkt miteinander über den US-Plan zur Beendigung der Kämpfe gesprochen. Beide Seiten sind sich nach Angaben aus Verhandlungskreisen inzwischen in mehreren Punkten einig. Hauptstreitpunkt bei den Verhandlungen bleibt jedoch die Forderung Moskaus nach einem Rückzug der Ukraine aus der Region Donezk, der von Kiew entschieden abgelehnt wird. Die wichtige Industrieregion gehört zur Ukraine, ist aber teilweise von russischen Truppen besetzt.
I.Barone--IM