Drogenstudie: Konsum von Kokain bei jungen Erwachsenen spürbar gestiegen
Der Kokainkonsum ist bei den jungen Erwachsenen in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Wie die am Mittwoch veröffentlichte Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ergab, stieg der Konsum dieser illegalen Droge bei den 18- bis 25-Jährigen von 1,2 Prozent im Jahr 2015 auf 4,1 Prozent im vergangenen Jahr. Bei den jungen Männern stieg der Anteil im Zehnjahresvergleich auf 5,7 Prozent, bei den Frauen auf 2,4 Prozent.
Befragt wurden die jungen Menschen, ob sie in den zwölf Monaten vor der Befragung mindestens einmal eine bestimmte Droge konsumierten. Außerdem spielte eine Rolle, welche Erfahrungen sie in ihrem Leben bereits mit illegalen Drogen machten und auch, mit welcher genau. Wegen der Legalisierung von Cannabis sind längere Zeitvergleiche bei den illegalen Drogen aber schwierig.
Insgesamt gaben in der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen der Studie zufolge 18,7 Prozent an, grundsätzlich bereits Erfahrungen mit mindestens einer illegalen Droge zu haben. Auch hier zeigten sich Geschlechterunterschiede: Fast doppelt so viele Männer (knapp 24 Prozent) wie Frauen (knapp 13 Prozent) gaben an, entsprechende Erfahrungen gemacht zu haben. Hier lag Lachgas an erster Stelle, knapp dahinter folgten Ecstasy, Kokain und Amphetamin.
Er sei "besorgt, wie hoch der Konsum unter jungen Menschen ist und wie schnell sich der Drogenmarkt gerade verändert", erklärte der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Hendrik Streeck. Dabei alarmiere ihn besonders der steigende Kokainkonsum. Kokain sei keine "Party- oder Leistungsdroge", sondern könne "schnell abhängig machen und schwere Schäden an Herz, Gehirn und Psyche verursachen".
Der Bericht verwies darauf, dass auch Abwasseranalysen im Auftrag der Drogenagentur der Europäischen Union (EUDA) in deutschen Städten auf eine Zunahme des Kokainkonsums in den vergangenen Jahren hindeuten. Allerdings gilt diese Zunahme nicht für die Jugendlichen unter 18 Jahren.
Laut Studie gaben vergangenes Jahr 2,5 Prozent der Zwölf- bis 17-jährigen Jugendlichen gaben an, in ihrem Leben bereits Erfahrungen mit mindestens einer illegalen Droge gemacht zu haben. Signifikante Geschlechterunterschiede gab es dabei nicht. Damit bleibe bei Jugendlichen der Konsum illegaler Drogen "auf einem insgesamt niedrigen Niveau". Das sei "die gute Nachricht", erklärte Johannes Nießen vom BIÖG. Bei den jungen Erwachsenen müsse hingegen bei der Information und Risikoaufklärung früh angesetzt werden.
Für die Studie wurden im Zeitraum von April bis Juli 2025 insgesamt 7001 junge Menschen von zwölf bis 25 Jahren befragt. Die Studie unterscheidet zwischen Zwölf- bis 17-Jährigen und 18- bis 25-Jährigen.
Ein erster Teil der Drogenaffinitätsstudie hatte für den Bereich der legalen Drogen bereits ergeben, dass immer mehr Jugendliche rauchen und vapen - besonders der Konsum von E-Zigaretten nahm demnach deutlich zu.
P.Russo--IM