K.o.-Phase nah: Salah schießt Ägypten zum ersten WM-Sieg
Der "König" liefert: Mohamed Salah hat Ägyptens Fußballer zum historischen ersten Sieg bei einer WM geschossen. Der Starspieler des FC Liverpool erzielte beim 3:1 (0:1) am zweiten Gruppenspieltag gegen Außenseiter Neuseeland den wichtigen zweiten Treffer und machte mit seiner Mannschaften einen großen Schritt in Richtung K.o.-Phase.
Gemeinsam mit Mostafa Ziko (58.) und Trezeguet (82.) führte Salah (67.) die "Pharaonen" im insgesamt neunten Anlauf erstmals zu einem Erfolg bei einer WM-Endrunde - und an die Spitze der Gruppe G. Am abschließenden Gruppenspieltag trifft Ägypten in Seattle auf den Iran, steht mit nun vier Punkten und der Aussicht auf mindestens einen Platz unter den acht besten Gruppendritten aber kaum mehr unter Druck.
Für Neuseeland geht das Warten hingegen weiter: Die "All Whites", die durch Finn Surman (15.) noch in Führung gegangen waren, holten auch in der achten Partie ihrer WM-Geschichte keinen Sieg. Am kommenden Freitag (Ortszeit) bietet sich dem Weltranglisten-85. gegen bislang enttäuschende Belgier die wohl vorerst letzte Chance.
Die Sehnsucht nach eben jenem war bei beiden Mannschaften selbstredend riesig gewesen. "Das wäre Geschichte", sagte Neuseelands Trainer Bazeley. Man wolle, ergänzte sein gegenüber Hossam Hassan, den Menschen in der Heimat "Freude bereiten". Keine leeren Worte, wie sich schnell herausstellte.
Beide Mannschaften suchten von Beginn an den direkten Weg zum Tor. Vor allem die vielen ägyptischen Fans peitschten ihr Team in der geschlossenen Arena in Vancouver lautstark nach vorne. Es dauerte jedoch nicht allzu lang, um sie erstmals zum Schweigen zu bringen.
Der Abschluss von Elijah Just (14.) jagte ihnen einen ersten Schreck ein - wenige Sekunden später blieb es dann nicht nur dabei: Völlig unbedrängt köpfte Surman, der für die Portland Timbers in der MLS spielt, Neuseeland zur Führung ein. Ägypten reagierte wütend, aber oft zu wild.
Erst in der 27. Minute verzeichnete der ehemalige Frankfurter Omar Marmoush den ersten Abschluss für den Favoriten. Ansonsten wirkten Salah und Co. gegen leidenschaftlich verteidigende Neuseeländer meist planlos, die eigene Fehleranfälligkeit im letzten Drittel half nicht.
Das änderte sich in der zweiten Halbzeit. Ägypten bespielte die sich bietenden Räume nun deutlich besser, wenngleich auch Neuseeland - etwa durch Callum McCowatt (52.) - weiter gefährlich blieb. Der Ausgleich durch Ziko war dennoch verdient, im BC Place von Vancouver wurde es laut. Erst recht als Salah traf.
E.Mancini--IM