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Studie: Waldbrand-Zerstörungen in Europa könnten sich durch Klimawandel verdreifachen
Studie: Waldbrand-Zerstörungen in Europa könnten sich durch Klimawandel verdreifachen / Foto: Dimitri KORCZAK - AFP/Archiv

Studie: Waldbrand-Zerstörungen in Europa könnten sich durch Klimawandel verdreifachen

Das Ausmaß der Zerstörung durch Waldbrände könnte sich in Europa einer Studie zufolge wegen des Klimawandels in den kommenden Jahrzehnten nahezu verdreifachen. Laut der am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) würden bei einem Szenario mit geringen Treibhausgasemissionen und einem globalen Temperaturanstieg um etwa 1,8 Grad bis zum Ende dieses Jahrhunderts rund 39 Prozent mehr Flächen durch Waldbrände zerstört als heute.

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Bei einem Szenario mit hohen Treibhausgasemissionen und einem Temperaturanstieg um etwa 3,6 Grad ergeben die Berechnungen der Experten allerdings einen Anstieg um etwa 192 Prozent, also fast eine Verdreifachung der zerstörten Flächen. Zusätzlich zu einer Minderung der klimaschädlichen Emissionen nennen die Studienautoren "Verbesserungen bei Prävention, Früherkennung und Brandbekämpfung" als Schlüsselfaktoren, um das Ausmaß künftiger Waldbrände einzudämmen.

"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die verbrannte Fläche selbst bei einer vergleichsweise geringen Erwärmung um etwa 1,8 Grad Celsius deutlich zunehmen könnte", erklärte PIK-Forscher Maik Billing, Leitautor der im Fachblatt "Global Change Biology" veröffentlichten Studie. "Wenn wir jedoch mehr Emissionen verursachen und die globalen Temperaturen um etwa 3,6 Grad Celsius steigen, werden Brände wesentlich häufiger auftreten, insbesondere im Mittelmeerraum sowie in weiten Teilen West- und Mitteleuropas, einschließlich Gebieten, in denen es bisher kaum Brände gab."

Außer Klimaschutzmaßnahmen nahmen die Studienautoren auch Maßnahmen zur Prävention, Erkennung und Bekämpfung von Bränden auf einer sich erwärmenden Erde unter die Lupe. Expertinnen und Experten der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung errechneten für die Studie, dass kontinuierliche Verbesserungen im Brandmanagement die Brandfläche in einem 1,8-Grad-Szenario um 92 Prozent verringern und bei einem Temperaturanstieg um etwa 3,6 Grad immerhin um 72 Prozent verringern könnten. Die Autorinnen und Autoren weisen jedoch darauf hin, dass die Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit des Brandmanagements in einem deutlich wärmeren Klima möglicherweise zu optimistisch ausfallen.

"Wir sehen, dass die Brandbedingungen zunehmen, daher müssen wir mehr investieren", mahnte Senckenberg-Forscher und Studien-Co-Autor Thomas Hickler. Höhere Investitionen in das Waldbrandmanagement in Europa, etwa in die Ausbildung von Einsatzkräften, eine angemessene Ausrüstung und eine gute Koordination zwischen Forstwirtschaft, Naturschutz und Feuerwehr, könnten "einen erheblichen Unterschied" ausmachen.

"Sollten die Brände jedoch wirklich extreme Ausmaße annehmen, könnte unsere Fähigkeit, sie einzudämmen, an ihre Grenzen stoßen", warnte Hickler. Und noch sei unklar, "wann dieser Punkt erreicht ist". Die jüngsten Rekordbrände in Frankreich zeigten "deutlich, dass wir das nicht einfach aus den Erfahrungen der Vergangenheit ableiten können".

Die Studienautoren, die den prognostizierten Jahresdurchschnitt der Brandschäden in den Jahren 2070 bis 2100 mit Modellrechnungen zum Zeitraum 2000 bis 2030 verglichen, verwiesen auf Angaben des Europäischen Waldbrand-Informationssystems (Effis), wonach seit Jahresbeginn bis zum 12. August EU-weit schon rund 550.000 Hektar Vegetation abbrannten. Dies sei etwa zweieinhalb Mal so viel wie der 20-jährige Durchschnitt zu diesem Zeitpunkt im Jahr.

Auch Deutschland und seine unmittelbare Nachbarschaft wurde von schweren Waldbränden heimgesucht, so in den vergangenen Tagen im an die Eifel grenzenden belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn.

"Die Brände in Frankreich, Spanien und Griechenland zeigen, wie schnell heiße, trockene und windige Wetterbedingungen die Feuerwehrkräfte und ihre Ressourcen an ihre Grenzen bringen können", erklärte PIK-Forscherin Kirsten Thonicke. "Mit dem Klimawandel könnten die Bedingungen so extrem werden, dass wir an die Grenzen dessen stoßen, was noch machbar ist, um Brände zu verhindern und zu bekämpfen, sobald diese Brände eine bestimmte Größe erreichen."

Der Studien-Autorin zufolge ist es daher "absolut unerlässlich, Emissionen zu reduzieren und zugleich das lokale Brandmanagement zu stärken".

A.Goretti--IM