Studie erwartet Rückgang der EU-Bevölkerung ab 2029 - Sorge wegen alternder Gesellschaften
Die Bevölkerung in der Europäischen Union wird einer Studie zufolge im Jahr 2029 ihren Höchststand erreichen - bevor sie dann über Jahrzehnte abnehmen wird. Der am Dienstag in Brüssel veröffentlichte Bericht des Wissenschaftszentrums der EU-Kommission geht davon aus, dass die Bevölkerung der EU von heute 450,6 Millionen Menschen bis 2029 auf 453,3 Millionen Menschen ansteigen wird, um dann bis 2100 auf 398,8 Millionen zu sinken. Als große Herausforderung sehen die Wissenschaftler eine zunehmend älter werdende Gesellschaft.
Der Prognose zufolge würde die Bevölkerungszahl 2100 ungefähr der in den 1970er Jahren entsprechen. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Lebenserwartung von durchschnittlich 81,5 Jahren im Jahr 2024 bis 2100 auf 90 Jahre für Frauen und 86 Jahre für Männer steigt. Bis 2050 wird demnach ein Drittel der Menschen in der EU 65 Jahre oder älter sein. Heute sind es rund 20 Prozent.
Die EU-Kommission sprach angesichts der Prognosen von "erheblichen Herausforderungen", darunter Fachkräftemangel, angespannte Haushaltslagen sowie erhöhter Druck auf Pflege- und Bildungssysteme. Der demographische Wandel verändere "unsere Gesellschaften, unsere Volkswirtschaften und unsere Arbeitsmärkte", erklärte die zuständige EU-Kommissarin Dubravka Suica. "Wir müssen jetzt handeln, um diesen Wandel in eine Chance zu verwandeln."
Der EU zufolge müssen die Mitgliedstaaten ihre Produktivität erhöhen und die Arbeitslosigkeit senken, um die Auswirkungen einer schrumpfenden Erwerbsbevölkerung auszugleichen. Derzeit befinden sich dem Bericht zufolge rund 20 Prozent der Europäer im erwerbsfähigem Alter außerhalb der Erwerbsbevölkerung. Demnach sind rund acht Millionen Europäerinnen und Europäer weder beschäftigt, noch besuchen sie eine Schule oder befinden sich in der Ausbildung.
Den Wissenschaftlern zufolge können einige Effekte des demographischen Wandels durch Einwanderung abgeschwächt werden. Die Auswirkung könne allerdings die Probleme einer alternden Gesellschaft "nicht vollständig" beheben.
A.Uggeri--IM